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Die
Pommes werden kürzer |
In den nächsten Tagen
beginnt im Rheinland die Haupterntezeit der Kartoffeln für
die beliebten Pommes frites und Chips, meldet die
Landwirtschaftskammer Rheinland in Bonn. Pommes aus dem
Jahrgang 2003 fallen schon jetzt dadurch auf, dass sie
deutlich kürzer sind als gewohnt. Ursache ist die lang
anhaltende Trockenheit, die an den Kartoffeln, die überwiegend
aus Wasser bestehen, nicht spurlos vorüber gegangen
ist. Lange Pommes frites kann man aber nur aus dicken
Kartoffelknollen schneiden und die sind dieses Jahr
knapp. Die Kartoffelexperten der Landwirtschaftskammer
schätzen, dass die Ernte auf trockenen Standorten und
dort, wo keine Möglichkeit zur Beregnung besteht, um
bis zu einem Drittel unter dem Vorjahresergebnis liegen
wird.
Kartoffeln geeigneter
Sorten für die Herstellung von Pommes frites und Chips
sind in diesem Jahr europaweit knapp. An den großen
Warenterminbörsen in Rotterdam, Amsterdam und Hannover
werden die gelben Knollen deshalb schon seit längerem
zu Höchstpreisen gehandelt. Bauern, die weniger ernten,
können aber nur zu einem geringen Teil von den höheren
Preisen profitieren, denn über 70 % der Pommes-frites-
und Chips-Kartoffeln im Rheinland werden auf der Basis
von Verträgen angebaut, bei denen die Preise schon vor
der Auspflanzung festgelegt werden. Bauern, die ihre
Verträge auf Grund der trockenheitsbedingten Ernteausfällen
nicht erfüllen können, müssen jetzt teure Ware
zukaufen und zahlen dabei kräftig drauf.
Für die weitere Ernte
hoffen die rheinischen Kartoffelbauern auf trockenes,
warmes Wetter. Werden die Pommes-Kartoffeln zu kalt
gerodet, bekommen die empfindlichen Knollen leicht blaue
Flecken, die später im Lager faulen. Eine gute Lagerfähigkeit
ist für Kartoffeln, die zu Pommes frites oder Chips
verarbeitet werden sollen, Grundvoraussetzung, denn die
Hersteller brauchen bis weit ins Frühjahr hinein
hochwertigen Rohstoff, um die Fabriken gleichmäßig
auszulasten.
In der Fabrik werden die
Kartoffeln gewaschen, geschält und je nach
Verwendungszweck in Stäbchen oder Scheiben geschnitten.
Bei einem Durchschnittsertrag von rund 50 t pro ha
bleiben so gut 30 t Pommes frites übrig. Nur ein
kleiner Teil der im Rheinland gewachsenen Kartoffeln für
die Pommes-frites-Herstellung wird auch hier
verarbeitet. Der größte Teil geht nach Holland und
kommt von dort tiefgekühlt als „Holländische Pommes
frites“ zurück in die Supermärkte und Imbissbuden an
Rhein und Ruhr. |