26.02.2002  WAZ WATTENSCHEID LOKALAUSGABE
SPD Bochum votiert für einen Verbund der Städte im Revier
SPD Bochum votiert für einen

Verbund der Städte im Revier

Ruhrgroßstadt nicht überschaubar – Aber Wettbewerb stärken

Von Udo Dreier
Statt Ruhrgroßstadt ein Verbund der Revierstädte - so möchten Bochums  
Sozialdemokraten die "Region Ruhr" für den zunehmend schärferen 
Wettbewerb mit anderen 
Ballungsräumen und Metropolen stärken.

Weil das Kirchtumsdenken im Revier unbedingt ein Ende haben müsse, 
sagt Professor Bernd Faulenbach, Chef der Bochumer SPD, habe der 
Vorstand mit Unterstützung der Fraktion schon im vergangenen Jahr 
auf einer Klausurtagung ein Positionspapier erarbeitet. Wichtigste 
Forderungen in dem Papier, das die SPD gestern erstmals der Öffentlichkeit 
vorstellte: verstärkte Zusammenarbeit der Revierstädte 
etwa in der Verkehrs- und Wirtschaftspolitik

sowie gemeinsames Auftreten in der nationalen und internationalen 
Öffentlichkeit.

Diese Forderungen sind nach Ansicht der Bochumer SPD nicht mit einem 
undurchschaubaren "Moloch Ruhrstadt", sondern eher mit einem 
förderalistischen Städteverbund "Region Ruhr" zu verwirklichen. 
Nur kommunale Selbstverwaltung ermögliche ein hohes Maß an Bürgernähe.

 Der Verbund "Region Ruhr", dem dann aber alle Revierstädte zwangsweise 
angehören sollten, gewährleiste zwar die kommunale Selbstverwaltung 
ihrer Mitglieder, übernehme aber überregionale Aufgaben wie Verkehrs-,
Wirtschafts-, Kultur- und Freizeitplanung. Zur Finanzierung denke die 
SPD an eine Umlage.

Entscheidungen treffe ein Gremium, das sich aus den Oberbürgermeistern 
und Landräten der Mitgliedskommunen zusammensetzt. SPD-Chef Bernd 
Faulenbach: "Zur Vertretung des Reviers in der Öffentlichkeit wählt das 
Gremium einen Vorsitzenden, über dessen Titel und alternierende Amtsdauer 
wir noch nachdenken können."  Zu klären sei zudem die Frage, in welcher 
Form vorhandene Einrichtungen wie der Kommunalverband Ruhr (KVR) genutzt 
werden könnten.